Herzstückpolarisierung Piko-A


Das eine Polarisierung der Herzstücke insbesondere im Digitalbetrieb Vorteile bringt, ja ggf. sogar unausweichlich ist, dürfte weitgehend außer Frage stehen. Eine Besonderheit stellt jedoch das von mir aus Kostengründen - das Gleis ist m.E. preisgünstig und betriebssicher - verwendete Piko A-Gleis darstellen. Häufig wird die Meinung vertreten, dass eine Herzstückpolarisierung bei diesem Gleis nicht erforderlich sei, da es quasi durchleitend sei. Ich will diesem Umstand nicht bedingt widersprechen, da die Leitfähigkeiten bezogen auf die gesamte Weiche für ein solch preiswertes Gleissystem in der Tat beachtlich sind → bis auf einen kleinen Bereich im Herzstück ist diese tatsächlich gegeben. 

Gleichwohl habe ich auf meiner bisherigen Anlage immer wieder festgestellt, dass es zu minimalen Kurzschlüßen kommen kann, die dann zu einem kurzfristigen Abschalten des Digitalsystemns geführt haben. Warum ist das so ? Setzen wir dazu kurz mit dem elektro-mechanischem Aufbau einer Piko A-Gleis-Weiche auseinander.

Von unten kann man recht deutlich erkennen, dass Piko A 1über eine kleine Messing-Drahtbrücke die jweieils inneren Gleise mit den äußeren verbunden sind. Dies ist für den Analogbetrieb clever gelöst ....

 

 

 

Piko A 2

...weil dadurch tatsächlich durchgehende elektrische Verbindungen beider Gleisstränge bestehen. Und zwar sogar einschließlich der beiden Weichenzungen, getrennt nach gerader bzw. abzweigender Fahrtrichtung.

Messt das mit einem Multimeßgerät ruhig einmal nach.

 

 


Allerdings, und genau das ist im Digitalbetrieb der Schwachpunkt, liegen im Herzstückbereich die gerade und die abzweigende Innenschiene derart dicht beieinander, dass beim Überfahren von Fahrzeuge mit breiteren Spurkränzen kurzzeitig beide Schienen durch den Spurkranz Kontakt miteinander haben.Piko A 0

Aufgrund der unterschiedlichen Polaritäten gibt es, genau, einen Mini-Kurzschluß.

Dies tritt noch verstärkt auf auf, wenn die Weichen dem abzweigenden Gleis folgend, als Kurve verlegt werden, da dann anscheinend die Fliehkraft diesen Aspekt verstärkt.  

In der Praxis könnt Ihr das ganz gut daran erkennen, dass die betroffenen Lok einen sehr kurzfristigen Ausetzer hat (Licht geht auch aus) und sich im Herzstückbereich schwarze Ablagerungen (durch die kurzzeitige Überspannung) bilden.


Die 'kleine' Lösung:

Sind die Gleise erst einmal final verlegt, scheut man sich aus nachvollziehbaren Gründen, diese wieder heraus zu reißen und nachhaltige Abhilfe zu schaffen.

Im Netz kursieren Hinweise, dass es ausreicht, an der durch den Pfeil gekennzeichneten die nahe beieinander liegenden Gleisenden mit einem Dremel o.ä. etwas aufzuflexen, um dadurch den Abstand der Gleisenden zueinander weiter zu machen. Wie eigene Test ergeben haben, hilft das in der Tat tatsächlich, die Kurzschlußrate sinkt erkennbar. Aber, und das ist das Manko, es hilft nur bei den geraden Weichen. Bei Bogenweichen und im Kurven verlegten geraden Weichen bei das Problem bestehen, was meine Theorie der Fliehkräfte stützt.


Die 'richtige' Lösung:Piko A 3

Bei mir waren es gleich mehrere Gründe, die mich zu einer sauberen Lösung bewogen haben.

  1. hatte ich bei meinem Neuaufbau sozusagen freie Hand,
  2. wollte ich unnötige Kurzschlüße zu 100% sicher ausschließen, da sie insbesondere bei digitalen Automatiksteuerungen immer wieder zu Problemen führen und
  3. bei den von mir verwendeten BiDiB Servobausteinen war ohnehin die Optionen der Herzstückpolarisierung vorhanden. Die erforderliche Bestückung mit Relais kostete gerade EUR 2,60/ Weiche. Das war mir die Betriebssicherheit Wert.
  4. Also habe ich als erstes die leitende Verbindung zwischen äußeren und inneren Schiene entfernt.

Entweder durchtrennen, oder besser, die Messingbrücken an den Außenseiten vorsichtig aufhebeln und außen durchtrennen. Piko A 6Die Messingbrücken lassen sich dann prima nach innen biegen und nahe der Weichenuntersieete kürzen. lasst einen kleinen Rest als 'Lötfahne' stehen, da lässt sich dann prima die neue Stromverbindung anlöten.

Hier die angelöteten neuen Stromanschlüße, die zu den Realis meines Servobausteins gehen. In meinem Fall hellbraun für die gerade Fahrt, dunkelbraun für den Abzweig.  

Das wars schon.

Drucken E-Mail

position('debug'); ?>